Von der Pfarrfrau zur Bischöfin
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Foto: Oswald KettenbergModerne Reformatorin: Dorothee Sölle (1929-2004)Dorothee Sölle entwickelte Dietrich Bonhoeffers Ideen über ein weltlich gelebtes Christentum weiter. In der Nachfolge Jesu sollten die Ereignisse der Weltgeschichte aus der Sicht der Leidenden gesehen werden. Unter Einfluss der lateinamerikanischen Befreiungstheologie forderte sie gelebte Solidarität, um in einem nächsten Schritt das Evangelium neu auslegen zu können. Sie stellte das Reden von Gott nach der Erfahrung von Auschwitz in Frage und suchte nach neuen Formen des Betens, um die Zerstörungen aufzuspüren, "die mit Hilfe von Gebeten angerichtet worden" waren.
Dorothee Sölle gehörte 1968 zu den InitiatorInnen des Politischen Nachtgebetes in der Kölner Antoniter Kirche. Dabei ging es um politische Information, Meditation mit biblischen Texten, Aufrufe zur Aktion und Diskussion mit der Gemeinde. Wie einst Martin Luther, formulierte sie das Recht der kirchlichen Basis, sich gegen die Hierarchie zu stellen, wenn sie in der Verkündung des Evangeliums behindert wird. Doch ihr Freiheitsbegriff ging weiter, er beinhaltete auch die Freiheit vor Gewalt und Ausbeutung.
Galerie
Von der Pfarrfrau zur Bischöfin
In dieser Galerie finden Sie eine Auswahl der in der Ausstellung gezeigten Frauen, die evangelische Geschichte geschrieben haben. Die Ausstellung im Frauenmuseum Bonn ist bis zum 500. Reformationstag, dem 31. Oktober 2017, zu sehen.
Diese Galerie erschien erstmals am 8. März 2017 auf evangelisch.de.